Stimmkraft

Der Mauerfall 1989 – wie Menschen mit Stimme die Welt verändern

Dass Stimmen Großes bewirken und sogar Mauern einreißen können, beweist der Mauerfall 1989. Denn 1989 erhoben die Deutschen ihre Stimme und bewirkten eines der bedeutendsten historischen Ereignisse. 155 km war die Berliner Mauer lang, welches das Symbol des Kalten Kriegs darstellt. 1378 km Grenzzaun ergänzte die Trennmauer und teilte von 1961 bis 1989 Deutschland in zwei Teile: die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Vor 30 Jahren, am 09. November 1989, fiel die Berliner Mauer. Das löste Freude bei der deutschen Bevölkerung aus und heute ist Deutschland wieder vereint. Gefeiert wurde damals wie heute mit Stimme und Musik!

Vom Kriegsende 1945 bis zum Mauerfall 1989

Mehr als ein Vierteljahrhundert ist vergangen, bevor die Mauer 1989 fiel. Doch wie kam es überhaupt zum Mauerbau?

1945: Deutschland wird in Besatzungszonen geteilt

Nach Ende des 2. Weltkriegs wurde das besiegte Deutschland auf Beschluss der Jalta-Konferenz in vier Besatzungszonen aufgeteilt (USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion). Berlin lag dabei in der sowjetischen Besatzungszone und wurde als Reichshauptstadt ebenfalls in vier Sektoren auf die Alliierten verteilt. Die angestrebte gemeinsame Vier-Mächte-Regierung kam allerdings aus Interessenskonflikten und unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Vorstellungen nicht zu Stande.

1948: Berlinblockade und Luftbrücke

Die machtpolitischen Konflikte zwischen West und Ost fanden in der Berlinblockade im Juni 1948 ihren vorläufigen Höhepunkt. Für fast ein ganzes Jahr blockierte die Sowjetunion die Zufahrtswege zwischen den Westzonen und Westberlin. Dadurch führte die Abriegelung der Stadt zu einer Versorgungskrise der Westberliner Bevölkerung, welche die westlichen Alliierten über die sogenannte Luftbrücke zu umgehen versuchten. In Flugzeugen wurden alle überlebenswichtigen Güter eingeflogen, eine sowohl logistische als auch humanitäre Leistung, die aus ehemaligen Feinden Verbündete machte.

1949: Gründung der BRD und der DDR

1949 wurden schließlich die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet. Die innerdeutsche Grenze wurde bereits 1952 durch die DDR eingezäunt und bewacht und lediglich die Grenze zwischen West- und Ostberlin war noch offen. Die Fluchtwelle von Ost nach West nahm stetig zu. Danach verschlechterte sich im Frühjahr 1961 die wirtschaftliche Lage der DDR rasant.

Zwischen 1949 und 1961 flüchteten um die 2,7 Millionen Menschen aus der DDR, darunter vor allem junge Akademiker und Fachkräfte. Nachdem sich die politische und wirtschaftliche Situation in der DDR stetig verschärfte und ein Frieden zwischen Ost und West nicht zustande kommen wollte, gab es für die DDR nur noch zwei Lösungen: Die vollständige Kontrolle über alle Zugangswege nach Westberlin, inklusive der Luftwege, oder der Mauerbau. Aber erstere war nicht zu realisieren, also blieb nur der Bau der Berliner Mauer.

1961: Der Mauerbau

In der Nacht zum 13. August 1961 gab Walter Ulbricht, Chef der sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), den Befehl zur vollständigen Schließung der Berliner Sektorengrenze. Den Mauerbau hatte Erich Honecker, Generalsekretär des Zentralkomitees der SED, im Geheimen vorbereitet. Früh morgens rissen mehr als 10.000 Volks- und Grenzpolizisten mitten in Berlin das Straßenpflaster auf und errichteten Barrikaden entlang der Sektorengrenze der Sowjetunion.

Vom 17. auf den 18. August wurden in einer Nacht- und Nebelaktion die Stacheldrahtsperren durch eine Mauer ersetzt und von einem Tag auf den anderen war die Grenze unpassierbar. Ostberliner schnitt die Mauer von ihrer Arbeitsstelle in Westberlin ab und Freunde und Verwandte wurden durch die Mauer getrennt. Eine Grenzüberquerung machten zusätzliche Schützenstellungen, Wachtürme, Gräben oder abgerichtete Wachhunde fast unmöglich – so mancher Fluchtversuch endete tödlich.

Die Mauerkonzerte – auf dem Weg zum Mauerfall 1989

Dass Stimmen Mauern zum Erzittern bringen, zeigten die „Mauerkonzerte“ vor dem Mauerfall 1989. Um sich bei den deutschen Fans für ihre Treue zu bedanken, spielte die britische Progressive-Rockgruppe Barclay James Harvest im April 1980 ein Gratiskonzert, direkt vor dem Berliner Reichstagsgebäude. Unzählige Ostberliner wollten auf der anderen Seite der Mauer zuhören, doch Stasi und Volkspartei riegelten das Gebiet vor dem Reichstagsgebäude ab.

Die Rock- und Popkonzerte in Mauernähe gewannen an Beliebtheit und Sympathie: Stars wie Pink Floyd, Michael Jackson und Genesis spielten Konzerte in Hörweite der Ostberliner Fans. Aber: Der SED waren die Konzerte ein Dorn im Auge. Pfingsten 1987 traten David Bowie, Genesis und die Eurythmics vor dem Reichstagsgebäude auf. An die tausend DDR´ler versuchten auf der Ostseite mitzuhören, doch die Volkspolizei griff ein. Die aufgebrachte Menge brüllte die für die DDR unerhörte Parole „Die Mauer muss weg!“. Ihre gellenden Pfiffe waren noch auf der Westseite zu hören.

„Wir sind das Volk!“ – der Mauerfall 1989 steht kurz bevor

Die allseits bekannte Parole „Wir sind das Volk“ wird den Montagsdemonstrationen zugeschrieben, die 1989 als Teil einer friedlichen Revolution in Leipzig in der DDR stattfanden. Die Bürger machten lautstark auf sich aufmerksam und demonstrierten gegen die politischen Verhältnisse in der DDR. Sie forderten Reisefreiheit für DDR-Bürger, die Abschaffung der sogenannten Stasi, Meinungsfreiheit und eine friedliche demokratische Neuordnung. Trotz Sperren und Verhaftungen gingen jeden Montag mehr Demonstranten auf die Straße – am 09. Oktober sind es Zehntausende, die ihre Stimme gegen die DDR erheben.

Der Mauerfall 1989

Nach der Grenzöffnung Ungarns im August 1989 flüchteten Tausende DDR-Bürger über diesen Weg in den Westen. Andere versammelten sich in den Botschaften von Prag und Warschau. Die Montagsdemos, Massenfluchten und die desaströse innenpolitische sowie wirtschaftliche Lage der DDR setzte die Regierung unter Druck zu handeln. Am 09. November 1989 verkündete Günter Schablowski, Politbüromitglied der SED, eine neue Ausreiseregelung, die eine Ausreise ohne Vorlage von Gründen ermöglichte. Doch ein wichtiges Detail fehlte in seinen Anweisungen: Das Datum des Inkrafttretens der neuen Regelung. Auf die Frage eines Journalisten antwortete Schablowski überrumpelt: „sofort, unverzüglich“. Kurze Zeit später meldete der Westen die Öffnung der Mauer. Von Menschenmassen bedrängt und ohne klare Anweisungen sahen die Angehörigen der Passkontrolle nur noch eine Lösung: die sofortige Öffnung der Grenze. Die Mauer fiel.

Tausende Stimmen feiern den Mauerfall 1989

Den Mauerfall 1989 feierte Berlin gleich mit zwei legendären Konzerten: in der Berliner Philharmonie sowie der Deutschlandhalle. Das am Abend des 12. November 1989 stattfindende legendäre „Konzert für Berlin“ konnten West- und Ostberliner – drei Tage nach dem Mauerfall 1989 – nun endlich gemeinsam genießen. Die Glückseligkeit der Bevölkerung über den Fall der Mauer war an diesem Abend unüberhörbar!

30 Jahre Mauerfall

2019 jährt sich der Mauerfall 1989 zum 30. Mal – und wieder wird in Deutschland und Berlin anlässlich des historischen Ereignisses gefeiert! Mit Veranstaltungen und Ausstellungen erinnert die Hauptstadt Berlin an den Kalten Krieg. Auch Konzerte dürfen natürlich nicht fehlen. Denn ohne die laute Stimme der Bevölkerung, die damals ihr Recht forderte und die Mauer zu Fall brachte, gäbe es heute vielleicht nichts zu feiern!

Wer sich für Geschichte interessiert, kann noch heute in Berlin das längste erhaltene Stück der Berliner Mauer, die East Side Gallery, ansehen. Über 118 Künstler aus 21 Ländern begannen 1990 die Mauer an der Mühlenstraße mit Graffitis zu besprühen. Die bunten Mauerteile sind nun Kunst und Mahnmal zugleich.



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